Abteilung Bogensport

Mitglied im SV Motor Babelsberg – Motor-Sporthalle Babelsberg, Konsumhof 1, 14482 Potsdam

Aktuelles

Sonntagstraining

Das Training am 16. Juni 2024 findet in der Zeit von 14–16 Uhr auf dem „Blauen Daumen“, In der Aue 63, statt. Das Training in der Motor-Sporthalle ist an diesem Wochenende nicht möglich. — Detlef

Bogenschiessen – das Material

Die Frage danach, welcher Bogen der beste für dich ist, ist leicht beantwortet. Es ist der Bogen, mit dem du am besten zurecht kommst und dich am wohlsten fühlst. Welcher das ist, musst du erst einmal für dich herausfinden.

Hier gilt als erstes: Ausprobieren und beraten lassen. Möglichkeiten dazu gibt es bei uns im Verein oder in speziellen Bogenschulen (z.B. www.potsdamer-bogensport-events.de) aber auch bei Bogenhändlern oder auf entsprechenden Veranstaltungen. Einfach fragen, mitmachen und ausprobieren.

Grundsätzlich ist als Einstiegsbogen ein sogenannter Recurvebogen zu empfehlen. Damit lassen sich fast alle Schießtechniken, wie das olympische Schießen mit Visier und Stabilisatoren oder das Blankbogenschießen, bei dem der Pfeil als Visier zur Hilfe genommen wird sowie das instinktive Schießen, bei dem keinerlei Zielhilfsmittel verwendet werden, realisieren.

Ein Technikfreak mit Schrauber-Ambitionen und Präzisionsanspruch wird sehr wahrscheinlich einen Compoundbogen oder olympischen Hightech-Recurvebogen mit Alu-Mittelteil, Visier und Stabilisatoren bevorzugen. Wer Spaß am ursprünglichen Bogenschießen hat, wird eher einen Langbogen oder Jagd-Recurvebogen nehmen. Als Einstieg ist das Blankbogenschießen eine gute Wahl. Es sei aber hier darauf hingewiesen, richtig Bogenschießen ist schwerer als es aussieht. Das Zusammenspiel von An- und Entspannung der benötigten Muskeln und der Bewegungsablauf bei einem Bogenschuss sind sehr komplex. Es hat nichts mit dem „Flitzebogenschießen“ zu tun, das du vielleicht aus der Kindheit kennst. Das Bogenschießen zu erlernen (also bei dem man das Ziel nicht nur zufällig mal trifft), bedarf Trainingsausdauer und -disziplin. Die Kosten wachsen, wie bei jedem Hobby, mit den Ansprüchen. Als Anfänger kann man aber bereits mit wenig Geld (vielleicht 250,00 €) eine Ausrüstung erwerben, mit der man viele Jahre gut trainieren kann. Auch hier ist eine Beratung vom Fachmann wichtig, damit man das richtige Material kauft. Viele Bogenhändler bieten auch einen Mietservice an, so dass man testen kann, ob das Material passt.

Wenn du dich zum Kauf deines ersten eigenen Bogens entschlossen hast, solltest du noch ein paar Dinge beachten. Der Bogen darf auf keinen Fall zu stark sein. Das Zuggewicht sollte so gewählt sein, dass du nach Abschuss von 50 Pfeilen den Bogen immer noch problemlos ausziehen kannst. Du wirst merken, dass du das Zuggewicht nach einem gewissen Trainingsfortschritt erhöhen kannst. Auch die Länge des Bogens sollte an Deine Körpergröße angepasst sein.

Bis heute ist bei den technischen Angaben im Zusammenhang mit Bogentechnik das englische Maßsystem gebräuchlich. Die Zugstärke oder auch Zuggewicht wird in englischen Pfund angegeben. Die Maßeinheit ist lb (lateinisch libra, deutsch Pfund). lbs ist die im amerikanischen verwendete Pluralform. Bogen- und Pfeillängen werden nicht in Zentimeter oder Meter angegeben, sondern in Inch (“), deutsch Zoll.

Die Umrechnung ist: 1 lbs = 0,454 kg und 1 inch (Zoll) = 2,54 cm.

Empfohlene Zuggewichte, Männer, Lang- und Recurvebögen

Jugendliche         14 – 20 lbs          6 – 9 kg
Gelegenheitssportler      20 – 28 lbs          9 – 13 kg
Sportliche Männer          28 – 32 lbs          13 – 15 kg
Aktive Sportler  32 – 40 lbs          15 – 18 kg

Empfohlene Zuggewichte, Frauen, Lang- und Recurvebögen

Jugendliche        10 – 16 lbs          5 – 7 kg
Gelegenheitssportlerinnen          16 – 24 lbs          7 – 11 kg
Sportliche Frauen            24 – 28 lbs          11 – 13 kg
Aktive Sportlerinnen       28 – 34 lbs          13 – 16 kg

Die wichtigsten Bogenarten

Der Langbogen

In seiner ursprünglichen Form besteht er aus möglichst astreinen Hölzern, wie z. B. Esche oder Eibe. Seinen Ursprung hat er wahrscheinlich im Gebiet des heutigen Mitteleuropa. Archäologische Funde aus der Mittelsteinzeit stützen diese Aussage. Er ist einfach gebogen und besteht aus einem bis zu 2 m langen Holzstab. Die Art dieser Langbögen ist heute noch bei Sportschützen verbreitet. Man bezeichnet sie auch als „Primitivbögen“. Moderne Langbögen bestehen meist aus sogenannten Compositwerkstoffen, einem Laminat aus Holz, Glasfasern, Kunststoffen und/oder Carbon.

Langbögen werden ausschließlich instinktiv geschossen. Es gibt keine Visierung. Langbögen, die längere Zeit nicht geschossen werden, sollten entspannt werden, damit das Material nicht ermüdet.

Der Recurvebogen

Die Bezeichnung Recurve (im Englischen zurückgebogen) ist das Hauptmerkmal dieser Bogenart. Es beschreibt die zurückgebogene Form der Wurfarmenden. Diese Enden weisen im entspannten Zustand des Bogens vom Schützen weg. Der Recurvebogen hat seinen Ursprung wahrscheinlich im Mittelmeerraum und Asien. Funde von Höhlendarstellungen u.a. in Südspanien datiert auf ca. 7.000 vor Christus sowie archäologische Funde aus Ägypten stützen diese Aussage. Auch die mongolischen Reitervölker verwendeten kurze Bögen die an den Enden zurückgebogen waren, mit denen sich vom Pferd aus gut schießen ließ. Beim Spannen des Bogens wird ein großer Teil der Energie in den Recurves gespeichert. Dadurch kann der Bogen mehr Energie auf den Pfeil übertragen als ein Langbogen mit gleicher Zugkraft. Der Recurvebogen ist heute unter den Sportbogenschützen am meisten verbreitet. Mit ihm lassen sich fast alle Schießtechniken praktizieren. Der Recurvebogen besteht aus zwei Wurfarmen und einem Mittelteil, entweder aus einem Stück oder zerlegbar als so genannter „Take Down“ Bogen. Letzterer lässt sich einfach auseinander nehmen – ein Vorteil beim Transport. Ein weiterer Vorteil eines solchen Bogens besteht darin, die Wurfarme gegen stärkere austauschen zu können. Das Mittelteil kann weiter verwendet werden. Der Bogen wächst mit Trainingsfortschritt und Kraftzuwachs des Schützen einfach mit. Auch bei Recurvebögen, zumindest in der Einstiegsklasse, gilt: Wenn sie längere Zeit nicht geschossen werden, sollte man sie entspannen.

Der Compoundbogen

Compound (im Englischen zusammengesetzt, kombiniert) ist die technisch aufwendigste Bogenform. Sie ist nicht im Altertum entstanden, sondern wurde von dem amerikanischen Mechaniker Holless Wilbur Allen in den frühen 1960-er Jahren entwickelt. Er meldete seine Erfindung 1966 zum Patent an, welches ihm aber erst 1969 zugesprochen wurde. Auch dieser Bogen besteht prinzipiell aus einem Mittelteil und zwei Wurfarmen. Die Wurfarme haben an den Enden exzentrische Umlenkrollen, „Cams“ genannt, über die die Sehne geführt wird. Die Konstruktion bewirkt, dass der Schütze im gespannten Zustand weniger als ein Drittel des nominellen Bogenzuggewichts halten muss, der Pfeil aber mit der vollen Zugkraft des Bogens abgeschossen wird. Der von Allen gedachte Einsatzzweck war vorrangig die Jagd. Die kurze Bauform sollte das Hängenbleiben im Unterholz vermeiden und das hohe Zuggewicht erlaubt Distanzschüsse mit sehr flachen Flugbahnen. Der Compoundbogen setzte sich jedoch nur schleppend durch. Heute ist er bei der Bogenjagd (nicht in Deutschland erlaubt) und bei technikverliebten Bogenschützen mit hohen Präzisionsanspruch sehr beliebt. Er kann mit Visiereinrichtungen ähnlich wie bei einem Gewehr ausgerüstet werden. Im Gegensatz zu den anderen Bögen kann der Bogen nicht ohne spezielle Spannvorrichtung ge- und entspannt werden. Er bleibt also immer gespannt.

Der Compoundbogen wird meist mit Hilfe eines so genannten Release geschossen. Eine Handschlinge mit einem mechanischen Abzug (ähnlich einem Gewehr), der in eine spezielle Schlinge an der Sehne (Loop) um den Nockpunkt eingehängt wird.