Vom 9. bis 16. September 2025 reiste das Sumoteam Germany im Rahmen der Sumo-Weltmeisterschaften nach Bangkok, Thailand. Eine ereignisreiche, intensive und sportlich hochklassige Woche, in der nicht nur auf der Matte viel geboten wurde.
Drei Athleten unseres Vereins wurden durch die Bundestrainerin Sandra Köppen-Zuckschwerdt für das deutsche Nationalteam nominiert: Finnley Kriegel, Miro Broswitz und Thomas Kriegel – eine große Ehre und ein Ausdruck ihrer kontinuierlichen Entwicklung auf internationalem Niveau.
Mehr als nur Sumo – eine unvergessliches Erlebnis
Abseits der Wettkämpfe nutzten wir die Zeit, um das faszinierende Land Thailand mit seiner reichen Kultur und beeindruckenden Natur kennenzulernen. Ein Besuch im Elefantenpark gehörte ebenso zum Programm wie die Besichtigung mehrerer buddhistischer Tempel, die mit ihrer Farbenpracht, Stille und Spiritualität einen bleibenden Eindruck hinterließen.
Auch eine Bootstour auf dem Chao Phraya-Fluss, vorbei an schwimmenden Märkten, traditionellen Pfahlbauten und dem pulsierenden Leben am Wasser, sorgte für staunende Gesichter. Die kulinarischen Erlebnisse, das tropische Klima und die Herzlichkeit der Gastgeber machten diese Reise zu einem echten Erlebnis, das weit über den sportlichen Rahmen hinausging.
Die Weltmeisterschaft – Sportliche Highlights
Finnley Kriegel – Junioren bis 80 kg
Finnley startete hochmotiviert in sein WM-Debüt und zeigte von Beginn an, dass er nicht nur zum Lernen, sondern zum Kämpfen nach Bangkok gekommen war. Im Auftaktkampf gegen Hubert Lippus (Estland) präsentierte er sich konzentriert und technisch sauber. Der verdiente Sieg war der perfekte Start. Im Viertelfinale traf er auf Sander Valle (Norwegen), einen erfahrenen Athleten, der vier Jahre älter war. Finnley hielt stark dagegen, musste sich aber letztlich geschlagen geben. In der Trostrunde gegen Anthony Perez (USA) zeigte Finnley sein ganzes Potenzial: Mit einem spektakulären Wurf entschied er den Kampf für sich. Im entscheidenden Duell um den Einzug ins kleine Finale traf er auf Maksim Kochnev (Usbekistan). Trotz großem Einsatz verlor Finnley diesen Kampf und zog sich dabei einen schmerzhaften Haarriss im Handgelenk zu. Dennoch erreichte er einen starken 7. Platz – eine Top-Leistung in einem hochkarätig besetzten Teilnehmerfeld.
Miro Broswitz – Junioren offene Klasse (OPEN)
Nach seinem 5. Platz bei der WM 2023 in Tokio wollte Miro in Bangkok einen weiteren Schritt nach vorn machen. Trotz einer hartnäckigen Schulterverletzung, die ihn über ein Jahr begleitet hatte, war er pünktlich zum Saisonhöhepunkt fit. Im ersten Kampf gegen Lucas Shinhe Lourenco (Brasilien) ließ Miro keine Zweifel aufkommen: technisch sauber, körperlich präsent, souveräner Sieg. Im Viertelfinale wartete Davit Abalaki (Georgien), amtierender U21-Europameister. Es wurde ein spannender Kampf auf Augenhöhe, den Miro nur knapp verlor. In der Trostrunde bezwang er Marten Annuk (Estland) erneut souverän und zog verdient ins Bronzekampf ein. Dort traf er auf einen physisch überlegenen Gegner aus der Mongolei. Miro kämpfte beherzt und taktisch klug, musste sich am Ende jedoch geschlagen geben – erneut Platz 5 bei einer WM.
Auch wenn die Medaille ausblieb, bleibt festzuhalten: Miro hat in jedem Kampf sein Können gezeigt und unterstrichen, dass er sich nicht verstecken muss.
Thomas Kriegel – Männer bis 115 kg
Am Sonntag ging Thomas in der stark besetzten Klasse bis 115 kg an den Start. Nach einem Auftaktsieg gegen Damien Lecole (Frankreich) traf er auf Vazha Daiauri (Ukraine), den amtierenden Doppelweltmeister – eine wahre Mammutaufgabe. Trotz großem Einsatz musste Thomas den Kampf abgeben. Da der Ukrainer überraschend im nächsten Kampf ausschied, war auch für Thomas das Turnier vorzeitig beendet – ärgerlich, aber Teil des komplexen WM-Modus. Im anschließenden Team-Wettbewerb trat Thomas gemeinsam mit Phumpanya Mazur (KSC Asahi Spremberg), Lorenz Moor (KiK Berlin) und Miro Broswitz an. In einem stark besetzten Feld erkämpfte das deutsche Männerteam einen sehr respektablen 7. Platz.
Medaillenerfolge für das Team Germany
Für das deutsche Nationalteam gab es Grund zum Jubeln:
Marie-Luis Zuckschwerdt (PSG Dynamo Brandenburg) und Johanna Rabl (JC Ueckermünde) erkämpften jeweils Bronze und sorgten so für die verdienten Medaillen bei dieser Weltmeisterschaft.
Wir blicken auf eine intensive, sportlich wertvolle und menschlich bereichernde Woche zurück. Unsere Athleten haben sich auf der größten Sumo-Bühne der Welt hervorragend präsentiert und wertvolle Erfahrungen gesammelt. Ein großer Dank geht an das Sumoteam Germany, das mit viel Engagement, Professionalität und Teamgeist für einen reibungslosen Ablauf, optimale Betreuung und großartige Stimmung sorgte. Besonderer Dank gilt auch den Betreuern, Trainern, Organisatoren und Unterstützern, ohne die eine solche Reise nicht möglich gewesen wäre.
Wir sind stolz auf unser Team und von unseren Junioren wird man in Zukunft noch viel hören!








Text und Bilder: Thomas Kriegel